Wie macht die Glucke? Gluck, gluck..

Ja, das Loslassen ist so eine Sache.

Eigentlich hatte ich bisher gedacht, dass ich das mit dem Loslassen ganz gut hinbekomme. Zumindest verstandesgemäß war es schon bei mir angekommen, dass man seinen Kindern die Flügel nicht stutzen darf oder wie Khalil Gibran so schön sagt:

„Eure Kinder sind nicht eure Kinder…Sie leben bei euch, aber sie gehören euch nicht. Ihr seid der Bogen, von dem aus eure Kinder wie lebende Pfeile ins Leben geschossen werden.“ 

Davon abgesehen habe ich gar keinen Grund zur Klage. Noch wohnt mein Sohn nur hundert Kilometer entfernt von mir, mit seiner Partnerin komme ich sehr gut zurecht und sie mit mir. Ein Baby macht die kleine Familie zudem seit vergangenem Herbst komplett.

Wenn da nur die Reisen nicht wären. Nicht um die Ecke, nein. Auch nicht nur nach Dänemark oder Italien. Es sind schon recht ferne Ziele.

Gerade steht Neuseeland an. Weiter geht es kaum, außer sie streben eine Antarktisexpedition an, was sich mit Baby nicht gerade anbietet.

Ich gönne es ihnen von Herzen, freue mich mit ihnen. Und trotzdem sausen im Kopf die Sorgen-Blitzgewitter von einer Ecke in die andere.

Die eigene Flugangst wird sofort übertragen. Dann die Entfernung. Sechzehntausend Kilometer ungefähr. Kommen sie gut an? Bricht auch kein Vulkan aus? Sind da nicht gerade die Wirbelstürme unterwegs? Kommen sie auch zurück? Wollen sie eventuell danach nach Neuseeland auswandern?

Wie stoppe ich das bloß? Da bleibt nur eines, mich selbst nicht so ernst nehmen. Ist es zudem nicht nachgewiesen, dass von allen Sorgen, die wir uns so machen, nur ein winzig kleiner Teil real wird.