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GESCHICHTEN VON FRANZISKA ROCH

Was, wenn alles gut geht?

Die Sonntagskolumne vom 25.Oktober 2026

Einen wunderschönen, sonnigen Sonntag wünsche ich euch! Ich hoffe, Ihr konntet die zusätzliche Stunde heute Nacht gut für euch nutzen!

Worüber möchte ich euch heute erzählen?

Es gibt da ja so ein stilles Gift, das sich gern in unsere Gedanken schleicht, wenn wir vor Entscheidungen stehen. Unser Gehirn stellt uns dann mit Vorliebe eine ganz bestimmte Frage: Was, wenn alles schiefgeht? Wir malen uns Szenarien aus, wir durchleben das Scheitern, noch bevor wir den ersten Schritt getan haben. Nachts wandelt sich das Grübeln in Albträume, tagsüber blockiert es den Mut.

Aber halten wir doch einmal kurz inne, nehmen einen tiefen Schluck Kaffee, schauen in die – hoffentlich vorhandene - Morgensonne und drehen die Frage einfach mal um: Was, wenn alles gut geht?

Was wäre, wenn die Herausforderung, vor der ihr vielleicht gerade steht, kein Stolperstein ist, sondern die Brücke genau dorthin, wo ihr eigentlich hinwollt?

Ich zum Beispiel stehe gerade selbst an so einer Kreuzung.

Meine Geschichte mit dem Autofahren ist... besonders. Ich habe meinen Führerschein erst mit Ende 40 gemacht. Danach war ich 15 Jahre lang beruflich bedingt Vielfahrerin – und das, obwohl ich das Steuer nie ganz ohne Herzklopfen in den Händen hielt. Blendempfindlichkeit im Dunkeln, latente Angst, sie fuhren immer ein bisschen mit. Vor zweieinhalb Jahren endete diese Ära abrupt, als mein treues Auto verschrottet werden musste.

Seitdem ruhte die Fahrpraxis. Und je mehr Zeit ins Land ging, desto lauter wurden die inneren Zweifel. Ich steigerte mich immer mehr hinein. Kann ich das noch? Weiß ich überhaupt noch, wie man den Motor startet? Das Gedankenkarussell drehte sich im Dauertakt zwischen einem sehnsüchtigen Ja und einem verängstigten Nein.

Jetzt hat das Schicksal an meine Tür geklopft: Eine Freundin bot mir preisgünstig ihr Auto zur Übernahme an. Nach unzähligen schlaflosen Nächten und einem zähen inneren Ringen habe ich mich entschieden. Ich habe Ja gesagt.

Die Angst ist damit nicht magisch verflogen. Sie sitzt immer noch da, auf der Rückbank meines Kopfes, und flüstert: Wirst du das meistern? 

Aber ich habe beschlossen, ihr nicht mehr das Steuer zu überlassen. Vertrauen bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Vertrauen bedeutet, es trotzdem zu tun. Am Ende fügt sich das Leben doch oft so, wie es für uns richtig ist. Wir müssen nur den Mut haben, den Schlüssel umzudrehen.

Der große Dramatiker William Shakespeare hat dieses Zaudern einmal perfekt auf den Punkt gebracht:

„Unsere Zweifel sind Verräter und lassen uns oft das Gute verlieren, das wir gewinnen könnten, weil wir den Versuch scheuen.“ 

Also versuchen wir doch einfach trotzdem, was uns als Chance geboten wird, auch wenn wir zweifeln.

Euch einen wunderschönen Sonntag! Werft gern noch einen Blick auf die letzten beiden Beiträge der zurückliegenden Woche!

Bis zum nächsten Sonntag

Eure Franziska

Geschrieben von Franziska Roch.

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