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Herzlich willkommen zu einer neuen Folge meiner Rubrik Sagt man so!

Manchmal stolpern wir beim Lesen über Wörter, die herrlich altmodisch klingen, deren genaue Herkunft uns aber genau deshalb auch Rätsel aufgibt.

Ein solches Wort, das auch perfekt in die Bücher- und Geschichtenwelt passt, ist die Scharteke. Habt ihr diesen Begriff schon einmal gehört oder benutzt?

Vom edlen Dokument zum wertlosen Schmöker

Wenn wir heute von einer Scharteke sprechen, meinen wir meistens ein altes, eventuell sogar zerfleddertes Buch. Doch das war nicht immer so! Die Geschichte des Wortes reicht zurück bis ins 16. Jahrhundert. Ursprünglich stammt es vom mittelniederdeutschen Begriff scarteke ab, der ganz im Gegenteil zu unserem heutigen Wortverständnis ein Schriftstück oder eine Urkunde bezeichnete.

Die sprachlichen Wurzeln können wir sogar noch tiefer im Lateinischen entdecken: Das Wort charta stand damals für ein Papyrusblatt oder ein beschriebenes Papier.

Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich die Bedeutung jedoch drastisch ins Negative, wie weiter oben schon beschrieben.

Ein Wort im Wandel der Zeit – und eine persönliche Erinnerung

Später, im 19. Jahrhundert, wanderte der Begriff sogar komplett aus der Bücherwelt ab. Die Menschen nutzten "Scharteke" plötzlich z.B. abwertend, auf sehr unschöne Weise, als Beleidigung für ältere Frauen.

Vielleicht kennst du diese Verwendung auch noch aus deiner eigenen Familie? Ich musste beim Schreiben schmunzeln und mich gleichzeitig erinnern, dass mein Vater diesen Begriff früher leider auch manchmal in diesem Zusammenhang benutzt hat. Solche Redensarten haben sich eben über Generationen tief eingebrannt. 

Für Buchliebhaber bleibt die Scharteke aber natürlich in erster Linie der Inbegriff eines alten Buchs, das seine besten Tage längst hinter sich hat. Auch wenn ich persönlich finde: Jedes alte Buch hat seinen ganz eigenen Charme und verdient ein bisschen Liebe!

Bis zum nächsten „Sagt man so!“

Eure Franziska