Wenn es um Krimis geht, zieht es mich literarisch meistens eher auf die britischen Inseln. Gemütliche Cottages, Tee, Nebel und klassischer British Crime waren jahrelang mein absolutes Wohlfühlrevier. Martha Grimes, Deborah Crombie oder Agatha Christie meine bevorzugten Autorinnen.
Regionalkrimis habe ich dagegen ehrlich gesagt eher links liegen gelassen. Aber als waschechte Cuxhavenerin kam ich an diesem Buch einfach nicht vorbei. Ich habe mich also aufgerafft und doch einmal zu „Die Tote am Kai“ von Bente Storm gegriffen – und was soll ich sagen? Ich wurde komplett überrascht!
Das Besondere an dem Buch war für mich der absolute Alltagseffekt. Es ist ein ganz eigenes Gefühl, einen Krimi zu lesen und plötzlich an Orten vorbeizukommen, die man selbst fast täglich sieht. Hinter dem Pseudonym Bente Storm steckt übrigens das sympathische Autorenteam Anja Goerz und Eric Niemann, die sich in einem Schreibcamp kennengelernt haben und mit Cuxhaven die perfekte Kulisse für ihre Story gefunden haben.
Darum geht es: Im zweiten Band der WaPo-Cuxhaven-Reihe wird das Team der Wasserschutzpolizei ordentlich durchgeschüttelt. Die Protagonistin Agatha Christensen stolpert über einen grausamen Fund: Ihr eigener Vater entdeckt die Leiche einer jungen Frau, die ausgerechnet in einem Krabbencontainer aufgehängt wurde. Gleichzeitig wird ein Boot der Küstenwache beschossen, ein Kollege wird verletzt und Agatha muss sich durch ein Geflecht aus illegalen Machenschaften und Geheimnissen direkt vor unserer Haustür wühlen.
Ein packender Fall, der mich durch den lokalen Bezug absolut gefesselt hat. Vielleicht sollte ich den Regionalkrimis doch öfter eine Chance geben!
Das Buch ist bei Ullstein im April 2024 erschienen und im Buchhandel sowohl stationär als online ohne Probleme noch erhältlich.

