Guten Morgen bei Kaffeeduft & Sonnengruß! ☕️🍂
Heute habe ich ein Zitat im Gepäck, das mich nicht mehr loslässt. Es stammt vom großartigen US-Schriftsteller James Baldwin: „Nicht alles lässt sich ändern, aber nichts ändert sich von selbst.“
Ein mächtiger Satz. Und weil wir hier gemütlich beim Sonntagskaffee sitzen, spannen wir den Bogen direkt zu Johann Wolfgang von Goethe. Der wusste nämlich angeblich schon, dass Erfolg aus drei Buchstaben besteht: T-U-N.
Klingt simpel. Machen. Verändern. Anpacken. Aber je älter ich werde, desto öfter frage ich mich vor dem „TUN“: Muss ich das jetzt wirklich anpacken, oder darf das so bleiben?
Es gibt eine feine Linie zwischen weiser Gelassenheit, desinteressierter Lethargie und einem tragikomischen Kampf gegen Windmühlen à la Don Quichotte. Wenn wir versuchen, absolut alles zu bekämpfen, enden wir erschöpft auf dem Boden der Tatsachen. Wenn wir gar nichts tun, “verstauben” wir.
Nehmen wir ein Beispiel, das mir nahegeht: mein eigenes Älterwerden.
Hier stehe ich nun vor der Frage: Wo ist es sinnvoll, den Prozess durch gesunde Ernährung, Sport und Bewegung aktiv zu verlangsamen? Richtig: bei der Gesundheit. Da lohnt es sich, den inneren Schweinehund zu konfrontieren. Aber wo wird das Ganze zum aussichtslosen Kampf gegen Windmühlen? Wenn ich versuche, jede einzelne Falte weg zu cremen oder so zu tun, als könnte ich noch Nächte durchtanzen wie mit Mitte zwanzig. Das ist nicht mutig, das ist Don-Quichotte-Stil. Hier ist echtes, befreiendes Nichts-Tun angesagt – sprich: gelassenes Annehmen.
Und wo das TUN wiederum der absolute Retter in der Not sein kann? Bei den Dingen, die uns mit der Welt verbinden. Ich gehöre neuerdings auch zu denen, die ein „KIND“ im Ohr haben. Ja, genau, wie die Moderatorin Birgit Schrowange in der Werbung! „Ich höre alles.“
Was war das vorher für ein innerer Kampf. Ich habe mich anfangs richtig geschämt, mit Ü60 schon zu denen zu gehören, die so ein Hilfsmittel brauchen. Mein Alltag driftete davor jedoch erst einmal lange Zeit immer mehr ab in Richtung „Dichtung und Wahrheit“ – wobei die Dichtung das war, was ich mir aus den verbliebenen Sprachfetzen zusammengereimt habe. Meine Mitmenschen waren irgendwann nur noch genervt. Das Problem einfach auszusitzen, wäre lethargische Kapitulation gewesen. Mich dem Hörgeräte-Akustiker zu stellen, war echtes James-Baldwin-TUN. Und wisst ihr was? Es ist ein völlig neues Lebensgefühl.
Wir müssen lernen zu unterscheiden: Was lässt sich durch unser Handeln positiv verändern? Und wo schonen wir lieber unsere Kräfte, lächeln der Realität ins Gesicht und trinken noch einen Kaffee?
In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderschönen Sonntag!
Eure Franziska ❤️

