Hallo, Ihr Lieben!
Schnappt euch euren ersten Kaffee, macht es euch gemütlich und lasst uns diesen Sonntagmorgen mit einem Gedanken beginnen, der eure Herzen heute hoffentlich ein Stück weit leichter macht.
Wir alle kennen sie, diese unsichtbare Warteschleife, die wir uns selbst einrichten. „Wenn ich erst im Ruhestand bin, dann reise ich.“ „Wenn ich mehr Geld habe, dann gönne ich mir Ruhe.“ „Wenn es mir gesundheitlich besser geht, dann mache ich….“ Viele Jahre lang war dieses Wenn-dann-Prinzip auch mein persönlicher Lebensrhythmus. Ich habe funktioniert, gewartet und vertagt.
Sogar mit dem Schreiben habe ich gewartet, bis ich die Grenze der 60 überschritten hatte. Weil ich dachte, erst dann die „richtigen“ Voraussetzungen zu erfüllen.
Heute weiß ich: Das perfekte „Wenn“ ist eine Illusion.
Wenn ich ehrlich bin, könnte ich die Liste der Ausreden noch immer endlos weiterführen. Meine Gesundheit ist nicht so gut, wie ich es mir wünschen würde. Ich stehe nach wie vor im Berufsleben. Zeit fliegt mir nicht zu; ich muss sie mir mühsam freischaufeln.
Die perfekten Bedingungen, auf die ich so lange gewartet habe? Es gibt sie nicht. Und trotzdem schreibe ich jetzt. Weil ich begriffen habe, dass das Leben nicht in der Zukunft stattfindet, sondern genau in diesem unperfekten Moment.
Der Abschied vom „Wenn-dann“ ist kein lauter Befreiungsschlag, sondern eine leise, tägliche Entscheidung. Er bedeutet, mit den Puzzleteilen zu arbeiten, die wir gerade in den Händen halten.
Perfektion blockiert uns nur. Denn sobald wir aufhören, auf den idealen Zeitpunkt zu warten, gewinnen wir etwas unbezahlbar Wertvolles: die Gegenwart.
Ich wünsche euch einen wundervollen, unperfekten Sonntag voller Kaffeeduft und Sonnengruß.
Eure Franziska.

