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Grünes Gemüse und alte Rituale
Was feiern wir eigentlich am Gründonnerstag?
Um Fastenzeit, Karwoche und das Osterfest ranken sich bis in unsere Zeit besonders viele Bräuche, die teilweise volkstümlichen, meistens aber kirchlichen Ursprungs sind. Abgesehen vom Ostereierfärben und Ostereiersuchen gerät ihr Sinn jedoch immer mehr in Vergessenheit.
So ist für die meisten der Gründonnerstag lediglich der letzte Arbeitstag vor Ostern, an dem viele in den wohlverdienten Osterurlaub aufbrechen.
Was ist er nun, der hohe Donnerstag oder eben grüne Donnerstag?
Er erinnert an das Abendmahl, das Jesus am Vorabend seines Todes mit seinen zwölf Jüngern gefeiert hat und gehört deshalb auch zu den drei stillen Tagen vor Ostern (Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag). Das heilige Abendmahl, das in der Kirche begangen wird, geht auf diesen letzten gemeinsamen Abend von Jesus und seinen Begleitern zurück. In vielen Gemeinden wäscht der Pfarrer noch heute Gemeindemitgliedern die Füße, um Jesu Dienst an den Jüngern damit liturgisch nachzuahmen. Und nach dem "Gloria" im Abendgottesdienst verstummen Orgel und Glocken bis zur Osternacht; oft wird dies dann durch "Ratschen" ersetzt.
In ländlichen Gegenden wurde der Gründonnerstag auch für einen gründlichen Hausputz genutzt, um Reinheit ins Haus zu bringen.
Die Bezeichnung „grün“ ist übrigens noch bis heute umstritten. Viele leiten den Ursprung vom althochdeutschen „greinen“ gleich „weinen, klagen“ ab. Es kann aber auch sein, dass in den frühen christlichen Jahrhunderten wirklich die Farbe grün noch eine Rolle gespielt hat.
Ein Brauch, der sich zumindest in einigen Regionen noch bis heute gehalten hat, ist das Essen von grünen Speisen an diesem Tag, der wiederum eng mit dem erwachenden Frühlingsgrün verbunden ist.
Bei uns zu Hause gab es in meiner Kindheit z.B. am Gründonnerstag fast immer Salzkartoffeln, Spinat und Spiegelei.
In Familien, die sowohl die Fasten- als auch die Osterzeit noch traditionell begehen, werden auch erst am Gründonnerstag die Eier bunt gefärbt und in speziellen Backformen kleine Osterlämmer aus Biskuitteig gebacken.
Ich habe als Abwechslung zur herkömmlichen Neun-Kräutersuppe, Spinat mit Ei oder der Frankfurter grünen Soße hier einen
Vegetarischen grünen Auflauf
ausgewählt. (Quelle: Das neue Hausbuch für die ganze Familie, St.Benno Verlag)
Zutaten: Grüne Bandnudeln, Spinat (gern auch Tiefkühlware), Schnittlauch, Petersilie, eine Zwiebel, eine Knoblauchzehe, Semmelbrösel, Bergkäse, 250 ml Sahne, Salz, Pfeffer.(Mengen selbst je nach Personenanzahl variieren.)
Bandnudeln in Salzwasser weichkochen und danach abgießen und abtropfen. Kleingeschnittene Zwiebel und Knoblauch in Öl anschwitzen und den Spinat dazugeben, dünsten. Mit den Kräutern und Gewürzen abschmecken, mit Semmelbröseln vermengen.
Nun in einer Auflaufform folgendermaßen schichten: Eine Schicht Nudeln, geriebenen Käse darüber, eine Schicht Spinat, wieder Käse darüber reiben. Danach kommt wieder eine Schicht Nudeln, Käse darüber reiben, Schicht Spinat. Enden mit einer dicken Schicht geriebenem Käse. Mit der Sahne übergießen. Bei 200 Grad im Backofen so lange überbacken, bis der ganze Käse zerlaufen ist.
Einfach, preiswert und lecker. Ich wünsche guten Appetit!