Es ist eines der bekanntesten deutschen Kinderbücher überhaupt:
„Peterchens Mondfahrt“ von Gerdt von Bassewitz.
Die Abenteuer von Peterchen, Anneliese und dem Maikäfer Herr Sumsemann begleiten uns seit Generationen. Doch wie entstand diese fantastische Reise eigentlich, warum begeistert sie heute noch und was können wir Erwachsenen von einem über 100 Jahre alten Märchen lernen?
Die Entstehungsgeschichte
Hinter der magischen Geschichte steckt eine berührende Historie. Gerdt von Bassewitz, ein ehemaliger preußischer Offizier, schrieb das Werk während eines Kuraufenthalts im Sanatorium. Als Vorbild für die mutigen Geschwister dienten ihm die echten Kinder des Sanatoriumsarztes.
Uraufgeführt wurde die Geschichte am 7. Dezember 1912 zunächst als Theaterstück in Leipzig. Erst drei Jahre später, 1915, erschien es in Buchform.
Verfilmt wurde die Mondfahrt nicht nur einmal, sondern gleich dreimal:
1959 als stimmungsvoller Schwarz-Weiß-Fernsehfilm, 1990 als liebevoller Zeichentrick-Klassiker und 2022 als moderner 3D-Animationsfilm für die Kinoleinwand.
Das seit weit über einem Jahrhundert immer wieder neu verlegte Buch ist besonders für Kinder ab 5 bis 6 Jahren zum Vorlesen geeignet. Die Nachtfee, der Sandmann, der Donnermann oder die Windbraut nehmen Kinder mit in eine fantastische Welt, die auch noch in Zeiten von TikTok, Tablets und schnellen Schnitten im Kinderfernsehen verzaubert.
Ja, Kinder lassen sich auch heute noch von echten Abenteuern faszinieren. Peterchens Reise zum Mond fordert Mut, Zusammenhalt und vor allem Empathie für Schwächere – denn Herr Sumsemann braucht ja Hilfe, um sein sechstes Beinchen zurückzubekommen. Das ist zeitlos und übersteht jeden Medientrend.
Was gibt die Geschichte uns Erwachsenen?
Für Erwachsene ist „Peterchens Mondfahrt“ pure Nostalgie, aber sie zeigt uns auch, wie die Welt durch Kinderaugen aussieht: magisch, unschuldig und voller Vertrauen. Das Buch erinnert uns daran, das Staunen nicht zu verlernen und ab und zu selbst den Blick in den Sternenhimmel zu richten – weit weg vom Alltagsstress.
Eure Franziska

