Auf Phishing-Mails hereinfallen?

Ich doch nicht! Von wegen....

Ja, klar wusste ich das. Dass ich aufpassen muss, wenn ich Mails von Behörden, DHL, Banken, Stromanbietern u.ä. in meinem Mail-Postfach vorfinde oder dubiose Inkassobüros mir plötzlich Mahnungen schicken für angeblich von mir nicht bezahlte Rechnungen. Neu ist das auch nicht. Vor ca. fünfzehn Jahren habe ich wirklich einmal so eine Mahnung bezahlt, da die Beträge immer höher wurden und ich es mit der Angst zu tun bekam. Und damit genügend Lehrgeld bezahlt. Dachte ich. Es war mir auch nicht unbekannt, dass derlei Ansinnen mit dem rasanten technischen Fortschritt sich ebenso rasant vervielfacht.

Allerdings hätte ich nicht damit gerechnet, dass selbst das Bundesfinanzamt für Steuern für solche Betrügereien missbraucht wird und dass nicht nur Privatleute, sondern auch Firmen davor nicht sicher sind.

So öffnete ich vor ca. acht Tagen eine, übrigens nicht im SPAM gelandete, Mail an unsere Firma von eben dieser Institution. Im Anhang eine Mahnung, dass wir angeblich unsere Umsätze nicht offengelegt hätten und eine dementsprechende (recht hohe!) Mahngebühr zu bezahlen hätten.

Nun kenne ich den Briefkopf des Bundesfinanzamtes durchaus und konnte nichts Falsches an dem Schreiben erkennen.

So leitete ich es an unsere Steuerkanzlei mit der Frage weiter, wieso diese Meldung nicht gemacht worden wäre und wie ich mich verhalten solle.

Einige Zeit später meldete sich unsere Bearbeiterin. Wir waren nicht der einzige Mandant, der sich diesbezüglich gemeldet hatte. Dementsprechend hatte die Kanzlei bereits festgestellt, dass die angegebene IBAN dem Bundesamt gar nicht zugeordnet werden konnte.

Lehre Nummer 1: Immer die Konten überprüfen, auf die eine Zahlung geleistet werden soll.

In der Zwischenzeit hatte auch unser CEO sich die Mail angeschaut. Er wies mich auf die eindeutige Fake-Mailadresse hin.

Lehre Nummer 2: Es sind fast immer Fantasie-Mailadressen.

Und Lehre Nummer 3. Auch wenn oft deshalb als vorsintflutlich eingeschätzt: Nicht umsonst versenden Behörden und ähnliche Einrichtungen Briefe dieser Art noch per Post.

Was für ein Glück, dass ich mich zumindest rückversichert hatte, anstatt diensteifrig sofort eine Überweisung auszulösen.